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            <titleStmt>
                <title type="main">Brief von <persName ref="http://d-nb.info/gnd/117321265">Erich
                        Lüth</persName> an <persName ref="http://d-nb.info/gnd/119365863">Arie
                        Goral</persName>, <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName>, <date when="1953-02-26">26.2.1953</date></title>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                
            <publisher><orgName>Institut für die Geschichte der deutschen Juden</orgName><email>redaktion@juedische-geschichte-online.net</email><address><addrLine>Beim Schlump 83, 20144 Hamburg</addrLine></address></publisher><availability><licence target="#personal-use"><p>Hamburger Institut für Sozialforschung, Sammlung Arie Goral, GOR_160,13_Lüth an Goral_26021953. Mit freundlicher Genehmigung</p></licence></availability><idno><idno type="DTAID">jgo:source-257</idno></idno></publicationStmt>
            <notesStmt>
                <note>
                    <p>Der Korrespondenzwechsel zwischen <persName ref="http://d-nb.info/gnd/119365863">Arie Goral</persName> und dem
                            <roleName>Leiter</roleName> der <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/2028232-1">Staatlichen Pressestelle</orgName>
                        in <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName>,
                            <persName ref="http://d-nb.info/gnd/117321265">Erich Lüth</persName>,
                        dokumentiert die Bemühungen <persName ref="http://d-nb.info/gnd/119365863">Gorals</persName>, die von ihm kuratierte Ausstellung mit
                        „Kindermalereien aus <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/1000119">Israel</placeName> in <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName> zeigen zu
                        können und damit in die Stadt zurückzukehren, aus der er von den
                        Nationalsozialisten vertrieben wurde. Die organisatorischen Fragen, die in
                        den gegenseitigen Briefen geklärt werden, verweisen dabei auch auf
                        allgemeinere Aspekte des Verhältnisses zu <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7000084">Deutschland</placeName> und des
                        Umgangs mit der Vergangenheit. Eine Übersicht der Briefe findet sich <ref target="http://schluesseldokumente.net/dossier/remigration-goral">hier</ref>. </p>
                </note>
            </notesStmt>
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            <bibl><author>Erich Lüth</author><placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName><date when="1953-02-26">26.02.1953</date><orgName>Hamburger Institut für Sozialforschung</orgName><idno>GOR_160,13_Lüth an Goral_26021953</idno></bibl></sourceDesc>
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    <profileDesc><langUsage><language ident="deu">German</language></langUsage><textClass><classCode scheme="http://juedische-geschichte-online.net/doku/#genre">Quelle:Text</classCode></textClass></profileDesc></teiHeader>
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                    <persName ref="http://d-nb.info/gnd/117321265">ERICH LÜTH</persName><lb/>
                    <roleName>DIREKTOR</roleName> DER <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/2028232-1">STAATLICHEN PRESSESTELLE</orgName><lb/> DER <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">FREIE UND HANSESTADT
                        HAMBURG</placeName>
                    <dateline><hi rendition="#et2"><date when="1953-02-26">26. Februar 1953</date>
                            <abbr>L/Mu</abbr></hi></dateline><lb/>
                    <salute>Sehr geehrter Herr <persName ref="http://d-nb.info/gnd/119365863">Goral</persName>!</salute></opener>
                <p> Es ist sehr bitter für mich, daß ich täglich bis zu zehn enttäusch-<lb/> te
                    Briefe bekomme von der Art des Ihrigen vom <date when="1953-02-24">24.
                        Februar</date>. Sie<lb/> haben völlig recht, daß es sich um einen
                    lächerlichen kleinen Betrag<lb/> handelt. Leider besitze ich diesen Betrag nicht
                    und leider be-<lb/> findet sich unsere <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/2011925-2">Hamburger Gesellschaft</orgName> trotz
                    unermüdlicher<lb/> Arbeit gegenwärtig in Schulden. Ich hatte deshalb Ihren
                    Vorschlag<lb/> an die <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/2028264-3">Hamburger
                        Schulbehörde</orgName> weitergegeben, deren <roleName>Präses</roleName> mir
                    vor<lb/> einigen Tagen sagte, seine <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/2028264-3">Behörde</orgName> würde
                    voraussichtlich die Aus-<lb/> stellung übernehmen.<lb/></p>
                <p> Ich hatte also durchaus die Hoffnung, daß es sehr bald zu einer<lb/> positiven
                    Entscheidung käme. Vielleicht ist sogar schon ein posi-<lb/> tiver Bescheid an
                    Sie unterwegs, was ich in dieser Stunde nicht<lb/> feststellen kann, da ich in
                    wenigen Minuten zu einer wichtigen<lb/> Veranstaltung das <placeName ref="geo:53.55038339999999,9.992368599999963"><orgName ref="http://d-nb.info/gnd/16284187-5">Rathaus</orgName></placeName>
                    verlassen muß.</p>
                <p> Natürlich ist es für mich doppelt schmerzlich, Briefe wie den<lb/> Ihrigen zu
                    lesen, aber meine Aktivität hat dazu geführt, daß man<lb/> mir täglich drei bis
                    fünf <ref target="#Restitution" type="editorialNote">Restitutionsfälle</ref>
                    vorlegt, an denen sich<lb/> schon alle <roleName>Fachanwälte</roleName> die
                    Zähne ausgebissen haben. Täglich bekom-<lb/> me ich von jüdischen Freunden aus
                    den verschiedensten Ländern drei<lb/> bis fünf Manuskripte von Hörspielen,
                    Theaterstücken, Romanen, Lyrik<lb/> und Tatsachenberichten. Eben gelang es mir,
                    eine deutsch-jüdische<lb/> Gemäldeausstellung zu vermitteln. Daneben habe ich
                    Devisenschwie-<lb/> rigkeiten für die Wiederausfuhr der erfolgreichen
                    Keramikausstel-<lb/> lung einer emigrierten deutschen Jüdin behoben. Daneben
                    kämpfe<lb/> ich mit meinen Freunden um den Meinungswandel der akademischen<lb/>
                    Jugend und um die rasche Ratifizierung des deutsch-israelischen<lb/>
                    Abkommens.</p>
                <p>Alles soll neben meinem Dienst geschehen und geschieht in einer<lb/> oft
                    18-20stündigen täglichen Arbeit. Und ich weiß, daß wir zu die-<lb/> ser Arbeit
                    verpflichtet sind. Aber es glückt nicht alles und es<lb/> kann nicht alles
                    glücken. Deshalb muß ich wohl erbitterte Briefe<lb/> wie den Ihrigen hinnehmen,
                    obgleich sie mir den Rest meiner Kraft<lb/> zu rauben geeignet sind. Denn
                    niemand sieht ein, daß es sich<lb/> manchmal nicht einmal schaffen läßt, einen
                    Ausstellungszuschuß<lb/> von <choice>
                        <abbr>DM</abbr>
                        <expan>Deutsche Mark</expan>
                    </choice> 300.- zu einem bestimmten Termin herbeizuzaubern.</p>
                <p>Verzeihen Sie auch mir diese Worte der Resignation.</p>
                <closer>Ich grüße Sie<hi rendition="#et2"><lb/>Mit vorzüglicher Hochachtung </hi><hi rendition="#et2">
                        <signed><persName ref="http://d-nb.info/gnd/117321265">Erich
                                Lüth</persName></signed>
                    </hi><lb/> Herrn<lb/><persName ref="http://d-nb.info/gnd/119365863">Arie
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                    <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7134067">München</placeName><lb/><placeName ref="geo:48.166146,11.578972">Viktoriastr. 25</placeName><lb/>c/o <persName ref="http://d-nb.info/gnd/1243883537">Rosenow</persName><lb/><lb/><hi rendition="#c">ANSCHRIFT: (24A) <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">HAMBURG</placeName> 1 –
                            <placeName ref="geo:53.55038339999999,9.992368599999963"><orgName ref="http://d-nb.info/gnd/16284187-5">RATHAUS</orgName></placeName>
                        – FERNSPRECHER: 34 19 21</hi></closer>
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