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                <title type="main">Bericht des Pastors <persName ref="http://d-nb.info/gnd/117123927">Johann
                        Jacob Schudt</persName> über eine Begegnung mit dem „reichen“ Juden
                        <persName ref="nognd">Diego Teixeira</persName> in <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName>, <date when="1714">1714</date></title>
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            <publisher><orgName>Institut für die Geschichte der deutschen Juden</orgName><email>redaktion@juedische-geschichte-online.net</email><address><addrLine>Beim Schlump 83, 20144 Hamburg</addrLine></address></publisher><availability><licence target="#personal-use"><p>Johann Jacob Schudt, Jüdische Merckwürdigkeiten. Vorstellende Was sich Curieuses und denckwürdiger in den neuern Zeiten bey einigen Jahr=hunderten mit denen in alle IV Theile der Welt / sonderlich durch Teutschland / zerstreuten Juden zugetragen. Sammt einer vollständigen Franckfurter Juden=Chronick [...], Teil 1, Frankfurt u.a. 1715, S. 375.&#13;
Mit freundlicher Genehmigung der Staatliche Bibliothek Regensburg.</p></licence></availability><idno><idno type="DTAID">jgo:source-90</idno></idno></publicationStmt>
            
        <seriesStmt><title type="main">Bericht des Pastors an der Jacobikirche (1649-1661) über Begegnung mit Teixeira</title><idno type="DTAID">jgo:article-64</idno></seriesStmt><sourceDesc><bibl><author>Johann Jacob Schudt</author><placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289" corresp="#53.5504557,10.00046999999995">Hamburg</placeName><date when="1714">1714</date><orgName ref="http://d-nb.info/gnd/1001527-9">Staatliche Bibliothek Regensburg</orgName><idno>Staatliche Bibliothek Regensburg: 999/4Hist.eccl.195(1)</idno></bibl><msDesc><msIdentifier><repository>Staatliche Bibliothek Regensburg</repository><idno><idno type="URLImages">http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11061234_00387.html</idno></idno></msIdentifier></msDesc></sourceDesc></fileDesc>
    <profileDesc><langUsage><language ident="deu">German</language></langUsage><textClass><classCode scheme="http://juedische-geschichte-online.net/doku/#genre">Quelle:Text</classCode></textClass></profileDesc></teiHeader>
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            <p>
                <pb facs="375" n="375"/><hi rendition="#c">Von denen Juden in <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName>.</hi>
                <gap reason="insignificant"/>
            </p>
            <p>§.9. Von des vormahligen reichen Judens (so vermuthlich dieses Man<lb/>
                <persName ref="nognd">Texera<note type="editorial" place="foot">alternative
                        Schreibweise: Teixeira</note> Vatter</persName> gewesen) Herrlichkeit ist
                merckwürdig/was der seel. Herr <persName ref="http://d-nb.info/gnd/118762672">Doct.
                    <lb/>Schuppius</persName> im Anhang seiner Schrifften/ <bibl corresp="Schupp_1667">Tract. Der Unterricht. Student <choice>
                            <abbr>p.nr.</abbr>
                            <expan><foreign xml:lang="la">pagina numera</foreign></expan>
                    </choice><note type="editorial" place="foot">Seitenzahl</note>
                        <lb/>218</bibl>
                erzehlet: Ich kam/spricht er/hiebevor
                mit einem grossen Herrn nach <lb/><placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName> / gieng nach
                gehaltener Taffel spazieren / und besahe die<lb/>Stadt/welche ich hiebevor gesehen
                hatte/und verwunderte mich/daß<lb/>sie in der kurzen Zeit so gewaltig zugenommen
                habe. Ich kam endlich<lb/>in die <placeName ref="geo:53.5511202,9.981120000000033">Neustadt</placeName>/und wollte meinem vertrauten Freund zusprechen. Als
                <lb/>ich bey sein Hauß kam / kame einer gefahren in einer schönen mit Sam- <lb/>met
                gefütterten Kutschen. Neben der Kutschen lieff ein <roleName>Diener</roleName> in
                    <foreign xml:lang="fr"><choice>
                        <orig>Li-<lb/>verey</orig>
                        <reg>Livrée</reg>
                    </choice><note type="editorial" place="foot">Dienstbekleidung</note></foreign> gekleidet. Und als der
                    <roleName>Kutscher</roleName> still hielte /machte der
                    <roleName>Diener</roleName>/ <lb/>welcher/wie ich höre/ ein Christ gewesen/nach
                tieffer Reverenz die Kut- <lb/>schen auf/und hub einen alten Mann heraus/welcher
                einen langen sey-<lb/>denen Talar anhatte. Ich dachte/es müsse entweder ein
                    <roleName>Bischoff</roleName>/oder <lb/>ein abgelebter
                    <roleName>Fürst</roleName> oder <roleName>Graf</roleName> seyn. Ich zohe meinen
                Huth ab so tieff/ <lb/>als wenn er der <roleName>Churfürst von <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7003686">Sachsen</placeName></roleName>
                wäre/und sagte zu einer Frau-<lb/>en / wer ist doch der Herr? Die ehrliche fromme
                Frau antwortete mit <lb/>lachendem Munde: Er ist ein Jude / allein er wird genennet
                der reiche <lb/>Jude. Ich könte mich nicht genug darüber verwundern / und dachte:
                <lb/>O du reicher Jude / wie manchen Christen hastu und deine Vorfahren
                <lb/>vielleicht betrogen/biß ihr so viel Geld zusammen gescharret habt/daß <lb/>ihr
                einen grösseren Estat führen könnet / als mancher vornehmer alter
                    <lb/><roleName>Reichs-Graf</roleName> in <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7000084">Teutschland</placeName> thun kan?
                Deine Vorfahren werden / als <lb/><persName ref="http://d-nb.info/gnd/118622951">
                    Titus Vespasianus Sohn</persName>/<placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7001371">Jerusalem</placeName> in die Aschen
                gelegt hat / kein Geld <lb/>per Wechsel auf <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7018159">Venedig</placeName> / <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7006952">Amsterdam</placeName> oder <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName> übermachet ha-
                <lb/>ben .</p>
            <p>§.10. Worbey mir überaus wohl gefällt das
                bedenckliche Urtheil/so <persName ref="http://d-nb.info/gnd/118762672">Herr<lb/>Doct. Schuppius</persName> vor dieser
                Erzehlung gesetzet: Wenn ich etwas zu <placeName ref="http://vocab.getty.edu/tgn/7005289">Hamburg</placeName>
                <lb/>zu befehlen hätte/wolte ich den reichen Juden nicht auf einer Samme- <lb/>ten
                Kutschen fahren lassen/sondern ich wolte ihn tractiren/wie <persName ref="nognd">Josua</persName> die <lb/>Gibeoniter tractiret hat. Was das für ein Tractament
                seye/lieset man im Buch <lb/>Josua Cap. IX,27. <persName ref="nognd">Josua</persName> machte sie desselben Tages zu Holtzhäuern und
                <lb/>Wasserträgern der Gemeine.<lb/></p>
                <p><gap reason="insignificant"/></p>
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