Das vorliegende Porträtfoto zeigt das Ehepaar Else (geb. Megies, 1892–1961) und Carsten Friedrichsen (1895–1937) im Frühjahr 1919. Das Paar sitzt in Halbfigur frontal zur Kamera gerichtet, im Hintergrund, am oberen Rand des Bildes, ist die Aufschrift „Hamburg St. Georg, Steindam 39“ sowie eine Nummer zu erkennen. Carsten Friedrichsen trägt eine Uniform mit Verwundetenabzeichen aus dem Ersten Weltkrieg, Else Friedrichsen einen dunklen Mantel mit auffällig hellem Pelzkragen und einen breitkrempigen, mit Blumen geschmückten Hut.
Das Miniaturbild in der Größe 6×4 cm entstand im Fotoatelier des Niederländers Jonas Sanders (1874–1957). Das nach ihm benannte Studio am Steindamm 39 hatte er im Jahre 1912 gegründet. Als einer der ersten hatte er die neuartige, sogenannte Stickyback-Fotografie in der Hansestadt eingeführt. Mit dem Einsatz einer moderneren Kameratechnik, die es ermöglichte, mehrere kleine Fotos verschiedener Personen auf einer großen Glasplatte aufzunehmen, konnten der zeitliche sowie kostenintensive Produktionsaufwand der Fotografie deutlich reduziert werden. Die Nummerierung, die im Hintergrund der fotografierten Personen platziert wurde, diente der Zuordnung zum jeweiligen Kunden. Auffällig ist zudem die niederländische Schreibweise der Adresse „Steindam“. Die Bilder wurden in der Regel in neun bis zwölffacher Ausführung auf einem großen Blatt Bromsilberpapier entwickelt, das im Nachhinein in die einzelnen Fotos zerschnitten werden konnte.
Porträtfoto aus dem Fotostudio Sanders, Hamburg, 1919., veröffentlicht in: Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte, <https://schluesseldokumente.net/quelle/jgo:source-300> [17.10.2026].